so, hier nun noch die versprochenen bilder! fahrrad wurde gestern auch noch ganz gemacht und wir haben sogar nochmal elche gesehen! und zur feier des tages (elche gesehen, schon ueber 4.000 km gefahren und bereits 50 tage fahrt hinter uns) gabs gestern leckere huehnchenkeulen zum abendbrot…

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das wichtigste zu erst – wir haben endlich elche gesehen! hier das beweisfoto…

(kommt noch!)

elche sind sehr scheue tiere. uns sagte man, dass man sie entweder nur sehr frueh oder sehr spæt sehen kann. nachdem wir in bodø mit der fæhre angekommen waren, entschieden wir uns fuers rad, statt fuers campen. und so sind wir dann um 3 uhr fruehs bei nieselregen und akutem schlafmangel losgeradelt. aber es hat sich ja wie gesagt gelohnt. um 5.22 uhr haben wir dann nebenbei auch noch die 4.000 km-marke geknackt! da wir so zeitig an diesem tag gestartet sind, kamen wir dann schon kurz vor mittag bei unserem ausgewæhlten campingplatz an. dank meines charmes und pefekten englisch-kenntnissen, hat uns die camping-chefin die huette von ihrem verreisten sohn ueberlassen. so hatten wir unsere eigene kueche und dusche und konnten ganz gemuetlich auf unserem eigenen fernseher das wm-spiel zwischen ghana und uruguay gucken.

der sonntag hatte als oberstes ziel, eine unterkunft mit tv klar zu machen. das hat auch super geklappt. wir haben das traumspiel gegen argentinien zusammen mit ein paar anderen deutschen, auf einem campingplatz geguckt. echt klasse leistung der deutschen nationalmannschaft!

gestern hatten wir uns eine lange etappe vorgenommen. die route bot wenig uebernachtungsmøglichkeiten und so mussten wir uns 125 km ueber berge und durch tunnel quælen. wurden wir am anfang noch von regen genervt, waren unsere klamotten am ende nur noch nass vom schweiss.

seit bodø fahren wir die kuestenstrasse nr. 17 – dem kystriksveien. in reisefuehrern wird sie als eine der schønsten touristenstrassen der welt beschrieben. das stimmt allerdings nur bedingt. man kann die landschaft nur schwer geniessen, wenn man bei schweisstreibenden steigungen, engen strassen und teilweise schlechtem wetter (auch wenn es auf den bildern nicht so rueberkommt, haben wir des øfteren regen) sich auf dem rad einen abstrampeln muss. aber wir wollten es ja so…!

gerade sind wir in sandnessjøen eingetroffen. 20 km vor dem ort ist der bautenzug von vadderns gangschaltung gerissen. wir haben hier zum glueck einen mechaniker gefunden, der das ding gerade wieder repariert. wir hoffen, dass wir in ca. einer stunde wieder weiter rollen kønnen. neben einem speichenbruch, ist dies die erste richtige panne.

und nun noch ein kleiner weh-wehchen-bericht zum schluss: vaddern klagt seit ein paar tagen wieder ueber knieschmerzen und mir tut der hintern weh. und das, obwohl er regelmæssig eingecremet wird und die boxershorts schon wie schmalzstullen glænzen. ich sehe uns schon als krueppel und pavian wieder heimkehren…

wir haben natuerlich auch wieder jede menge tolle neue bilder, doch leider erkennt der steinzeit-rechner an dem ich grad sitze, meine kamera nicht. die bilder werden also beim næchsten mal mit hochgeladen!

die lofoten, ein lang gezogener nippel der sich aus inseln, halbinseln und fjorden bestehend in den atlantik erstreckt, ist fuer viele der eigentliche grund norwegen zu besuchen. wir haben allerdings erst gestern bemerkt, dass wir uns bereits seit 3 tagen auf den lofoten fortbewegen. und man muss schon sagen, ist doch recht schoen hier. glasklares wasser und gelegentliche sandstrænde laden zum planschen ein. dafuer ist jedoch das wasser zu kalt. das wetter ist die letzten tag mal wieder richtig schoen. da fahren sich unsere aktuellen tagesetappen von 70 – 80 km fast wie von selbst. gestern war uebrigens grosser tunneltag. insgesamt durchfuhren wir 8 tunnel mit einer gesamtlænge von 17 km.

heute verlassen wir auch schon wieder die lofoten. um 22 uhr fahren wir mit der fæhre nach bodø (zum baggerloch). 4 stunden werden wir uebers wasser schippern… in bodø angekommen wissen wir noch nicht genau was wir machen. entweder wir bauen erstmal unser zelt auf (was dann auch premiere wære) und schlafen ein weilchen oder wir fuehlen uns fit und strampeln richtung sueden. samstag brauchen wir dann wieder mal in eine unterkunft mit tv-garantie. das spiel gegen argentinien duerfen wir natuerlich nicht verpassen!

Sport frei!

seid nunmehr 8 tagen haben wir die kleinen racker am hals. sie schlængeln sich kilometerweit ins landesinnere und treiben uns des øfteren den schweiss auf die stirn. die fjorde entlangzufahren ist eigentlich eine wahre freude. die strasse verlæuft direkt am wasser, hat ueberschaubare steigungen und soweit das auge reicht, sieht man schneebedeckte berge. die anstrengung liegt im wechsel von einem fjord zum næchsten. dann verlæsst die strasse das tal und fuehrt ueber kilometerlange serpentinen die berghænge entlang, um schliesslich in einer berauschenden abfahrt im neuen fjord zu landen. diese uebergænge kosten immer viel kraft und so manches mal haben wir den bergen schon ein erdbeben an den hals gewuenscht. doch wenn sie uns dann mit so schønen aussichten (wie auf den bildern) belohnen, kann man ihnen nicht lang bøse sein… und mittlerweile haben wir die kleinen scheisser richtig lieb gewonnen.

das wetter ist hier an der kueste aber des øfteren schlecht. viel regen und wind machen die eigentlich schønen routen oftmals zunichte.

gestern haben wir uns durch sturm und schauer bis nach gryllefjord gekæmpft! eine weltstadt!! genau der richtige ort um deutschland – england zu gucken. es war ein fest!!!

unser naechstes grøsseres ziel ist stramsund. von da aus wollen wir mit der fæhre nach bodø uebersetzen. wir hoffen, dass wir dann auch langsam in den genuss von sommerwetter kommen.

und nun noch ein paar bilder. tschau tschau

wir haben es geschafft – wir haben das nordkap erreicht! aber es war eine tortur. lassen wir den tag nochmal revue passieren.

gestartet sind wir 85 km vor dem kap, in repvæg. zusammen mit jan, sind wir bei leichtem regen losgefahren – ein kleiner vorgeschmack auf das was noch kommen sollte. unser 1. ziel war honningsvåg, 31 km vor dem kap. die noerdlichste stadt der welt (obwohl sich diesen titel mehrere orte teilen). auf dem weg dort hin, mussten wir durch den knapp 7 km langen nordkaptunnel, welcher das festland mit der insel magerøya verbindet (der insel wo das nordkap liegt). der tunnel geht 3 km berg ab, 1 km gerade aus und wieder 3 km berg auf, bei einer steigung von 9 – 10 %. gepaart mit schlechter beleuchtung, eisiger kaelte und vorbeifahrenden autos, die sich durch den hall wie grollende zuege anhoerten, war dieser tunnel schon besonders herausfordernd – aber nur ein vorgeschmack auf das was noch kommen sollte…

nach einem 2., etwas kuerzeren tunnel, erreichten wir honningsvåg. dort verabschiedeten wir dann auch jan, der weiter richtung kap fuhr. der niesel war mittlerweile in dauerregen uebergegangen. den gedanken, dass kap bei sonennschein zu erreichen schwand immer mehr. 15 uhr haben wir im hostel eingecheckt. dort teilte uns ein niederlaendisches paerchen mit, dass sie oefters groessere radtouren machten und auch schon 5 mal ueber die pyrinaeen gefahren sind, aber diese letzten 30 km zum nordkap, seien bis jetzt das anstrengeste gewesen was sie erlebt haben… 

6 stunden spaeter (wind und regen hatten weiter zugenommen), starteten wir dann endlich in die finale etappe zu unserem grossen ziel. und wir koennen sagen, die niederlaender hatten recht!  nach ca. 3km begannen enorme steigungen von 10 % und mehr. was uns in der stadt noch wie starker wind vorkam, entpuppte sich auf den ersten bergen als handfester sturm. im leichtesten gang krepelten wir uns langsam nach oben. irgendwann waren wir dann in den wolken. die sichtweite betrug hier keine 100 meter mehr. ein zusaetzliches problem waren die vielen reisebusse. im hafen von honningsvåg lag die queen mary 2 und zwei andere riesige kreuzfahrtliner. die busse fuhren also im minutentakt. fahrtwind und gischt erschwerten das fahren auf der teils sehr schmalen und seitlich steil abfallenden strasse. es waren mit abstand die haertesten 30 km unserer tour. der kopf sagte schon lange „nein“, nur die beine strampelten monoton weiter. durchnaesst bis auf die knochen, mit steif gefrorenen haenden und fuessen, tauchten vor uns ploetzlich unzaehlige wohnwagen, pkw`s und busse auf – der parkplatz am nordkap. wir waren endlich da! nachdem man uns noch 280 norwegische kronen abgeknoepft hat, stellten wir unsere raeder ab und betraten die heiligen touristenhallen der geldmaschine nordkap. erst hier wurde deutlich was fuer ein geld mit diesem aussichtspunkt gemacht wird. hunderte touris erleichterten ihre bankkonten. ausgeruht, vollgefressen in warmen und trockenen bussen die berge hochverfrachtet, stolzierten sie mit einem zufriedenen laecheln umher – und mittendrin standen wir 2 – nass, zittrig und mit sodaflaschen anstossend, weil es im ort auf`n sonntag kein bier mehr zu kaufen gab. fotos vor der weltkugel zu schiessen, war dann auch mehr krampf als genuss. so sind es auch keine kunstwerke geworden, aber als beweis, dass wir da waren, reichen sie alle mal.

nach einer knappen halben stunde war unser aufenthalt am nordkap beendet. dann kamen die 31 km zurueck ins tal, nach honningsvåg…

kurz nach 2 uhr sind wir beide mit 15 minuten unterschied (rueckzu ist jeder sein tempo gefahren) wieder im hostel eingetrudelt – total fertig aber gluecklich die operation nordkap erfolgreich gemeistert zu haben!

um 6.15 montag frueh ging unsere faehre ueber hammerfest nach øksfjord. von da aus fuhren wir wieder mit dem fahrrad. nach 2 schweren bergetappen sind wir gerade in storslett angekommen. unser einziges ziel fuer heute ist es, eine preiswerte unterkunft zu finden um das deutschlandspiel zu schauen.

fuer die restlichen reichlich 50 tage haben wir uns eine schoene route ueber norwegen, daenemark und letztendlich wieder deutschland ausgeguckt. bilder und berichte wird es also auch in zukunft geben.

an dieser stelle ein dankeschoen an fahrrad-fritsch in spremberg, der unsere fahrraeder so gut praepariert hat – wir hatten keine einzige panne!

bilder von den tagen vor, waerend und nach der nordkap-etappe:

 

 

 

~~~ …wenn wir so zureuck denken an unsere ueberfahrt nach schweden, ist es umso erstaunlicher wie wir diesen trip gemeistert haben. im hafenwartebereich waren diese 2 top motivierten endzwanziger. in ihren hightech-fahrradanzuegen fragten sie uns wo es denn hingehen soll. auf unsere antwort: „nordkap“ reagierten sie erstaunt, mit misstrauischem blick auf uns. die 2 meinten dass sie erstmal klein anfangen wuerden, eine rundtour von 1500 km ueber goeteborg und kopenhagen. dafuer hatten sie sich bestes material besorgt. hochmoderne carbon-fahrraeder, jeweils mit 2 trinkflaschen ausgestattet und windschnittig wie ein ferrari. ihre fahrradtaschen waren nicht nur wasserfest, mit denen konntest du tauchen gehen! die dinger waren aus feinstem nappaleder gefertigt, fiberglas verstaerkt, teflon-beschichtet und hatten ein fassungsvermoegen wie ein bus. das waren 5-sterne-wohnwagen auf 2 raedern (leicht uebertrieben ausgedrueckt ;-)). die ueberfahrt nach schweden verbrachten die 2 natuerlich in reservierten kabinen, damit sie ausgeruht in  ihr abenteuer starten konnten. wir schliefen auf dem fussboden im fernsehraum…

beim anlegen in trelleborg, im schiffsbauch wo unsere raeder standen und wir uns auf das von-bort-gehen vorbereiteten, erblickten wir 3 andere biker-kollegen. die sahen aus wie eine 2.0-version der ersten beiden. auf ihrem t-shirt stand was von berlin-nordkap… abwertend musterten sie unsere fahrraeder – ein graues second-hand-mountainbike mit quietsche-katze am lenker und ein 16 jahre altes jugendweihe-fahrrad von meinem bruder (in modischem pink und der passenden aufschrift: HERCULES). unsere wasserdurchlaessigen fahrradtaschen, durch muelltueten vor regen geschuetzt, haben wir mit hilfe von spanngummis und lederriemen an unsere raeder montiert. ich glaube wir sahen recht mitleiderregend aus und nur wenige die uns da so gesehen haetten, haetten geglaubt, dass wir es wirklich bin zum nordkap schaffen. wir waren untrainiert und zu diesem zeitpunkt hatten wir noch nicht einmal eine genaue route im kopf. doch genau 5 wochen nach unserem start in spremberg standen wir nach 3181 km wirklich am noerdlichsten punkt europas – dem nordkap… und das ganze durch reine muskelkraft *HUARGH* ~~~

20.06.2010, 23.36 uhr - wir haben es geschafft!!!

20.06.2010, 23.36 uhr - wir haben es geschafft!!!

bericht und fotos folgen heute abend oder morgen – sobald wir mal wieder schnelles internet haben. eins koennen wir aber schon verraten – es war der haerteste tag unserer tour!

*YEAH*

ne menge!

nach nur 2 uebernachtungen in finnland sind wir jetzt in norwegen und haben doch nochmal die gelegenheit internet zu nutzen, bevor wir das kap erreichen. sind gerade in alta angekommen und haben sofort die bibliothek angesteuert. die temperaturen werden langsam wirklich winterlich. wir fahren nur noch mit mehreren schichten langer kleidung, muetze und handschuhen. die berge um uns herum haben noch schneereste auf den haengen. landschaftlich war heute ausnahmsweise mal wirklich was geboten. steile berge saeumten unsere strasse und wir hatten eine atemberaubende talfahrt von einigen kilometern. ansonsten ist nicht mehr viel los. die tundra verwoehnt unsere augen jeden tag aufs neue mit straeuchern, verkrueppelten baeumen und anspruchsvollen geroellformationen. vereinzelt herumstehende huetten und geisterstaedte, verspruehen ihren ganz eigenen charme… die sonne geht nun endgueltig nicht mehr unter. zum schlafen muessen wir die fenster immer abdunkeln um ein wenig nacht vorzuteuschen. die wm ist auch in unseren tagesablauf integriert. starts der taeglichen etappen werden zeitlich so gelegt, laenge der tagesstrecke so kalkuliert, dass wir alle wichtigen spiele gucken koennen. das heisst, morgen stehen wir um 6 uhr auf, damit wir um halb 2 deutschland – serbien gucken koennen.

in letzter zeit treffen wir auch oefters auf andere radler. darunter auch viele deutsche. vor 4 tagen haben wir z.b. jan getroffen. ein stattlicher hamburger, der in 5 monaten einmal um die ostsee radeln will! da er auch erstmal zum nordkap rauf moechte, sieht man sich jeden abend auf den zeltplaetzen. heute sind wir auch paar kilometer gemeinsam geradelt. auf seiner seite gibts auch schon ein bild von uns. einen anderen tag haben wir 3 weitere deutsche auf einem zeltplatz getroffen – nach kurzem gespraech stellte sich heraus, dass wir die 3 auf der ueberfahrt von rostock nach trelleborg bereits auf dem schiff gesehen haben. kurios, dass man gleichzeitig in trelleborg gestratet ist, das gleiche ziel hat und sich erst 2.300 km spaeter wieder trifft – zeigt aber auch die dimensionen skandinaviens…

negativ aufgefallen sind uns allerdings die deutschen autofahrer hier oben. trotz unserer deutschlandtrikots und extremst freundlicher ausstrahlung, gruesst uns so gut wie keiner.

im letzten blog hab ich uebrigens vergessen zu erwaehnen, dass unser hunger kurz vor finnland seinen hoehepunkt erreicht hatte. das gasthaus in dem wir zu abend gegessen haben, machte den fehler uns kostenlosen nachschlag anzubieten und so verschwanden 11 scheiben hackbraten in unseren baeuchen. das hatte sich gelohnt!

morgen gucken wir wie gesagt, dass deutschlandspiel, samstag werden wir schonmal unsere siegerposen durchgehen und am sonntagabend soll es dann wirklichkeit werden. im schein der mitternachtssone wollen wir das nordkap erreichen!

so, und jetzt werden wir nochmal fuer 10 km aufs fahrrad steigen und zum naechsten zeltplatz fahren. seid gespannt!!!

GOD NATT!