Juni 2010


seid nunmehr 8 tagen haben wir die kleinen racker am hals. sie schlængeln sich kilometerweit ins landesinnere und treiben uns des øfteren den schweiss auf die stirn. die fjorde entlangzufahren ist eigentlich eine wahre freude. die strasse verlæuft direkt am wasser, hat ueberschaubare steigungen und soweit das auge reicht, sieht man schneebedeckte berge. die anstrengung liegt im wechsel von einem fjord zum næchsten. dann verlæsst die strasse das tal und fuehrt ueber kilometerlange serpentinen die berghænge entlang, um schliesslich in einer berauschenden abfahrt im neuen fjord zu landen. diese uebergænge kosten immer viel kraft und so manches mal haben wir den bergen schon ein erdbeben an den hals gewuenscht. doch wenn sie uns dann mit so schønen aussichten (wie auf den bildern) belohnen, kann man ihnen nicht lang bøse sein… und mittlerweile haben wir die kleinen scheisser richtig lieb gewonnen.

das wetter ist hier an der kueste aber des øfteren schlecht. viel regen und wind machen die eigentlich schønen routen oftmals zunichte.

gestern haben wir uns durch sturm und schauer bis nach gryllefjord gekæmpft! eine weltstadt!! genau der richtige ort um deutschland – england zu gucken. es war ein fest!!!

unser naechstes grøsseres ziel ist stramsund. von da aus wollen wir mit der fæhre nach bodø uebersetzen. wir hoffen, dass wir dann auch langsam in den genuss von sommerwetter kommen.

und nun noch ein paar bilder. tschau tschau

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wir haben es geschafft – wir haben das nordkap erreicht! aber es war eine tortur. lassen wir den tag nochmal revue passieren.

gestartet sind wir 85 km vor dem kap, in repvæg. zusammen mit jan, sind wir bei leichtem regen losgefahren – ein kleiner vorgeschmack auf das was noch kommen sollte. unser 1. ziel war honningsvåg, 31 km vor dem kap. die noerdlichste stadt der welt (obwohl sich diesen titel mehrere orte teilen). auf dem weg dort hin, mussten wir durch den knapp 7 km langen nordkaptunnel, welcher das festland mit der insel magerøya verbindet (der insel wo das nordkap liegt). der tunnel geht 3 km berg ab, 1 km gerade aus und wieder 3 km berg auf, bei einer steigung von 9 – 10 %. gepaart mit schlechter beleuchtung, eisiger kaelte und vorbeifahrenden autos, die sich durch den hall wie grollende zuege anhoerten, war dieser tunnel schon besonders herausfordernd – aber nur ein vorgeschmack auf das was noch kommen sollte…

nach einem 2., etwas kuerzeren tunnel, erreichten wir honningsvåg. dort verabschiedeten wir dann auch jan, der weiter richtung kap fuhr. der niesel war mittlerweile in dauerregen uebergegangen. den gedanken, dass kap bei sonennschein zu erreichen schwand immer mehr. 15 uhr haben wir im hostel eingecheckt. dort teilte uns ein niederlaendisches paerchen mit, dass sie oefters groessere radtouren machten und auch schon 5 mal ueber die pyrinaeen gefahren sind, aber diese letzten 30 km zum nordkap, seien bis jetzt das anstrengeste gewesen was sie erlebt haben… 

6 stunden spaeter (wind und regen hatten weiter zugenommen), starteten wir dann endlich in die finale etappe zu unserem grossen ziel. und wir koennen sagen, die niederlaender hatten recht!  nach ca. 3km begannen enorme steigungen von 10 % und mehr. was uns in der stadt noch wie starker wind vorkam, entpuppte sich auf den ersten bergen als handfester sturm. im leichtesten gang krepelten wir uns langsam nach oben. irgendwann waren wir dann in den wolken. die sichtweite betrug hier keine 100 meter mehr. ein zusaetzliches problem waren die vielen reisebusse. im hafen von honningsvåg lag die queen mary 2 und zwei andere riesige kreuzfahrtliner. die busse fuhren also im minutentakt. fahrtwind und gischt erschwerten das fahren auf der teils sehr schmalen und seitlich steil abfallenden strasse. es waren mit abstand die haertesten 30 km unserer tour. der kopf sagte schon lange „nein“, nur die beine strampelten monoton weiter. durchnaesst bis auf die knochen, mit steif gefrorenen haenden und fuessen, tauchten vor uns ploetzlich unzaehlige wohnwagen, pkw`s und busse auf – der parkplatz am nordkap. wir waren endlich da! nachdem man uns noch 280 norwegische kronen abgeknoepft hat, stellten wir unsere raeder ab und betraten die heiligen touristenhallen der geldmaschine nordkap. erst hier wurde deutlich was fuer ein geld mit diesem aussichtspunkt gemacht wird. hunderte touris erleichterten ihre bankkonten. ausgeruht, vollgefressen in warmen und trockenen bussen die berge hochverfrachtet, stolzierten sie mit einem zufriedenen laecheln umher – und mittendrin standen wir 2 – nass, zittrig und mit sodaflaschen anstossend, weil es im ort auf`n sonntag kein bier mehr zu kaufen gab. fotos vor der weltkugel zu schiessen, war dann auch mehr krampf als genuss. so sind es auch keine kunstwerke geworden, aber als beweis, dass wir da waren, reichen sie alle mal.

nach einer knappen halben stunde war unser aufenthalt am nordkap beendet. dann kamen die 31 km zurueck ins tal, nach honningsvåg…

kurz nach 2 uhr sind wir beide mit 15 minuten unterschied (rueckzu ist jeder sein tempo gefahren) wieder im hostel eingetrudelt – total fertig aber gluecklich die operation nordkap erfolgreich gemeistert zu haben!

um 6.15 montag frueh ging unsere faehre ueber hammerfest nach øksfjord. von da aus fuhren wir wieder mit dem fahrrad. nach 2 schweren bergetappen sind wir gerade in storslett angekommen. unser einziges ziel fuer heute ist es, eine preiswerte unterkunft zu finden um das deutschlandspiel zu schauen.

fuer die restlichen reichlich 50 tage haben wir uns eine schoene route ueber norwegen, daenemark und letztendlich wieder deutschland ausgeguckt. bilder und berichte wird es also auch in zukunft geben.

an dieser stelle ein dankeschoen an fahrrad-fritsch in spremberg, der unsere fahrraeder so gut praepariert hat – wir hatten keine einzige panne!

bilder von den tagen vor, waerend und nach der nordkap-etappe:

 

 

 

~~~ …wenn wir so zureuck denken an unsere ueberfahrt nach schweden, ist es umso erstaunlicher wie wir diesen trip gemeistert haben. im hafenwartebereich waren diese 2 top motivierten endzwanziger. in ihren hightech-fahrradanzuegen fragten sie uns wo es denn hingehen soll. auf unsere antwort: „nordkap“ reagierten sie erstaunt, mit misstrauischem blick auf uns. die 2 meinten dass sie erstmal klein anfangen wuerden, eine rundtour von 1500 km ueber goeteborg und kopenhagen. dafuer hatten sie sich bestes material besorgt. hochmoderne carbon-fahrraeder, jeweils mit 2 trinkflaschen ausgestattet und windschnittig wie ein ferrari. ihre fahrradtaschen waren nicht nur wasserfest, mit denen konntest du tauchen gehen! die dinger waren aus feinstem nappaleder gefertigt, fiberglas verstaerkt, teflon-beschichtet und hatten ein fassungsvermoegen wie ein bus. das waren 5-sterne-wohnwagen auf 2 raedern (leicht uebertrieben ausgedrueckt ;-)). die ueberfahrt nach schweden verbrachten die 2 natuerlich in reservierten kabinen, damit sie ausgeruht in  ihr abenteuer starten konnten. wir schliefen auf dem fussboden im fernsehraum…

beim anlegen in trelleborg, im schiffsbauch wo unsere raeder standen und wir uns auf das von-bort-gehen vorbereiteten, erblickten wir 3 andere biker-kollegen. die sahen aus wie eine 2.0-version der ersten beiden. auf ihrem t-shirt stand was von berlin-nordkap… abwertend musterten sie unsere fahrraeder – ein graues second-hand-mountainbike mit quietsche-katze am lenker und ein 16 jahre altes jugendweihe-fahrrad von meinem bruder (in modischem pink und der passenden aufschrift: HERCULES). unsere wasserdurchlaessigen fahrradtaschen, durch muelltueten vor regen geschuetzt, haben wir mit hilfe von spanngummis und lederriemen an unsere raeder montiert. ich glaube wir sahen recht mitleiderregend aus und nur wenige die uns da so gesehen haetten, haetten geglaubt, dass wir es wirklich bin zum nordkap schaffen. wir waren untrainiert und zu diesem zeitpunkt hatten wir noch nicht einmal eine genaue route im kopf. doch genau 5 wochen nach unserem start in spremberg standen wir nach 3181 km wirklich am noerdlichsten punkt europas – dem nordkap… und das ganze durch reine muskelkraft *HUARGH* ~~~

20.06.2010, 23.36 uhr - wir haben es geschafft!!!

20.06.2010, 23.36 uhr - wir haben es geschafft!!!

bericht und fotos folgen heute abend oder morgen – sobald wir mal wieder schnelles internet haben. eins koennen wir aber schon verraten – es war der haerteste tag unserer tour!

*YEAH*

ne menge!

nach nur 2 uebernachtungen in finnland sind wir jetzt in norwegen und haben doch nochmal die gelegenheit internet zu nutzen, bevor wir das kap erreichen. sind gerade in alta angekommen und haben sofort die bibliothek angesteuert. die temperaturen werden langsam wirklich winterlich. wir fahren nur noch mit mehreren schichten langer kleidung, muetze und handschuhen. die berge um uns herum haben noch schneereste auf den haengen. landschaftlich war heute ausnahmsweise mal wirklich was geboten. steile berge saeumten unsere strasse und wir hatten eine atemberaubende talfahrt von einigen kilometern. ansonsten ist nicht mehr viel los. die tundra verwoehnt unsere augen jeden tag aufs neue mit straeuchern, verkrueppelten baeumen und anspruchsvollen geroellformationen. vereinzelt herumstehende huetten und geisterstaedte, verspruehen ihren ganz eigenen charme… die sonne geht nun endgueltig nicht mehr unter. zum schlafen muessen wir die fenster immer abdunkeln um ein wenig nacht vorzuteuschen. die wm ist auch in unseren tagesablauf integriert. starts der taeglichen etappen werden zeitlich so gelegt, laenge der tagesstrecke so kalkuliert, dass wir alle wichtigen spiele gucken koennen. das heisst, morgen stehen wir um 6 uhr auf, damit wir um halb 2 deutschland – serbien gucken koennen.

in letzter zeit treffen wir auch oefters auf andere radler. darunter auch viele deutsche. vor 4 tagen haben wir z.b. jan getroffen. ein stattlicher hamburger, der in 5 monaten einmal um die ostsee radeln will! da er auch erstmal zum nordkap rauf moechte, sieht man sich jeden abend auf den zeltplaetzen. heute sind wir auch paar kilometer gemeinsam geradelt. auf seiner seite gibts auch schon ein bild von uns. einen anderen tag haben wir 3 weitere deutsche auf einem zeltplatz getroffen – nach kurzem gespraech stellte sich heraus, dass wir die 3 auf der ueberfahrt von rostock nach trelleborg bereits auf dem schiff gesehen haben. kurios, dass man gleichzeitig in trelleborg gestratet ist, das gleiche ziel hat und sich erst 2.300 km spaeter wieder trifft – zeigt aber auch die dimensionen skandinaviens…

negativ aufgefallen sind uns allerdings die deutschen autofahrer hier oben. trotz unserer deutschlandtrikots und extremst freundlicher ausstrahlung, gruesst uns so gut wie keiner.

im letzten blog hab ich uebrigens vergessen zu erwaehnen, dass unser hunger kurz vor finnland seinen hoehepunkt erreicht hatte. das gasthaus in dem wir zu abend gegessen haben, machte den fehler uns kostenlosen nachschlag anzubieten und so verschwanden 11 scheiben hackbraten in unseren baeuchen. das hatte sich gelohnt!

morgen gucken wir wie gesagt, dass deutschlandspiel, samstag werden wir schonmal unsere siegerposen durchgehen und am sonntagabend soll es dann wirklichkeit werden. im schein der mitternachtssone wollen wir das nordkap erreichen!

so, und jetzt werden wir nochmal fuer 10 km aufs fahrrad steigen und zum naechsten zeltplatz fahren. seid gespannt!!!

GOD NATT!


 

hi leute!

heute schreiben wir euch aus muonio (finnland). da schlechtes wetter angesagt ist, haben wir unseren plan uebern haufen geworfen und fuer heute nur eine kurze tour von 50 km im visier. deshalb ist auch ein wenig zeit, noch schnell die neusten infos und bilder zu posten. viel gibts nicht zu berichten. wir haben endlich unsere ersten grösseren tiere zu gesicht bekommen – am anfang haben wir uns gefreut endlich elche gesehen zu haben, doch hat sich im nachhinein (nach betrachten der bilder) herausgestellt, dass es doch wohl eher rentiere waren. aber auch gut. vor 2 tagen haben wir den polarkreis ueberquert!  wir planen, anfang nächster woche das nordkap zu erreichen. hoffentlich haben die da oben internet, damit wir euch dann gleich die frohe botschaft uebermitteln koennen.

der start der wm ist auch an uns nicht spurlos vorbei gerauscht – seit freitag radeln wir in unseren deutschland-trikots und gestern haben wir natuerlich auch den 4:0 sieg geguckt.

das solls auch erstmal gewesen sein. bis in ca. einer woche und dann mit spektakulären aufnahmen vom nordkap!!! adios!

heute gibts mal nur nen ganz kurzen eintrag. der grund ist unsere unterkunft der letzten nacht. mitten im nirgendwo haben uns die einheimischen eine, fuer alle frei zugängliche huette empfohlen. da sind wir dann natuerlich prompt hingefahren. dort gab es zwar weder wasser noch strom, aber dafuer ein schoenes plumpsklo und eine phenomenale aussicht. die huette lag auf einer bergkuppe, umrahmt von malerischen wäldern und wir haben als aller erstes die schwedische flagge gehisst. dann wurden leckere nudeln auf unserem spiritus-kocher zubereitet – ein festschmaus! da wir die nacht nicht frieren wollten, schmissen wir gleich noch den kamin an. mit isomatte und schlafsack auf den dielen schliefen wir bis 7 uhr morgens.

und nun ein paar impressionen…

da sind wir wieder! in den letzten 6 tagen waren wir ziemlich fleissig und sind im durchschnitt 106 km täglich gefahren. die ersten 2 tage hatten wir kaiserwetter, doch ab donnerstag war nur noch gegenwind. das ging wirklich an die substanz. so haben wir am freitag ziemlich ausgepowert bergfest gefeiert – die hälfte der strecke zum nordkap war geschafft. zur feier des tages gabs nudeln mit kräuterfix-wuerfeln, dazu tacos an einer käse-dip variation und zum abgang einen kulinarischen eis-mentos-schokoladen-mix. abgerundet wurde das ganze mit schwedischem öl! samstag haben wir uns dann mal wieder ein hotel gegönnt. erwähnenswert ist dabei, neben dem kostenlosen kaffee und kuchen angebot (welches schamlos ausgenutzt wurde), der check-in. die eingangstuer war verschlossen. nach einem anruf, wurde uns die pin zu der tuer gegeben und raum 15 zugewiesen. es gab kein hotelpersonal und wir bezogen unser zimmer, ohne auch nur 1 krone gezahlt zu haben (was wir am nächsten morgen natuerlich nachholten). wie dem auch sei – es hat sich im nachhinein als super hotel herrausgestellt. gestern sind wir in umeå angekommen. puenktlich um 10 uhr standen wir bei der stadtbibliothek auf der matte, um noch vor unserer heutigen etappe, einen blog zu schreiben. heute werden uebrigens die 2000 km geknackt!

ansonsten läuft alles bestens. dass wir uns regelmässig verfransen oder fahrradverbots-schilder unserer geplanten tagestouren durcheinander bringen ist alltäglich, aber nicht weiter tragisch – die schweden helfen uns immer wieder gerne. wir verbrauchen viele kalorien – ständig haben wir hunger und am meisten auf suesses oder fettes! kalorienbomben wie burger, pizzen oder eis aller art, bringen leben in den tristen stullen-alltag. kalt wirds auch langsam ganz schön. trotz sonnenscheins klettert das thermometer nur noch selten ueber 10 grad.

da wir die letzten tage viel gefahren sind und fuer andere aktivitäten nicht sonderlich viel zeit ist, zeigt die bilderauswahl diesmal grösstenteils naturaufnahmen. viel spass beim angucken.

ps: vielen dank fuer die vielen kommentare. wir hatten bei den letzten blogs mehrere hundert zugriffe täglich. SUPER!

vi ses snart!